Mit Schüler-Feedback die inidividuelle Lernentwicklung im Blick.

    Mit Schüler-Feedback die inidividuelle Lernentwicklung im Blick.2018-11-07T11:24:47+01:00

    Project Description

    Die individuelle Lernentwicklung der Schüler im Blick – das Feedback-System ActivExpression in der Praxis

    Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ActivExpression für Ihren Unterricht zu nutzen?

    Im Rahmen meiner Examensarbeit habe ich eine Unterrichtsreihe zu Termen und Gleichungen im Mathematikunterricht der 7. Klasse gemacht. Dabei ist mir klar geworden, dass ich insbesondere in den Frontalphasen nie wirklich weiß, ob die ganze Klasse mitkommt. Ich habe diverse Feedback-Möglichkeiten getestet – von der Kartenabfrage bis hin zu selbstgebauten Prismen mit Farbflächen, anhand derer die Schüler signalisieren konnten, inwieweit sie folgen können – aber alle hatten ein hohes Ablenkungspotenzial. Ich habe dann nach einer technischen Umsetzung gesucht und bin dabei auf Promethean und die ActivExpression-Geräte gestoßen und habe sie getestet.

    Wie waren Ihre ersten Erfahrungen mit dem Feedback-System?

    Ehrlich gesagt, hat es meine Erwartungen übertroffen. Ich hatte den Ehrgeiz, die Geräte nicht nur als Ersatz für die Kartenabfrage einzusetzen, sondern ihr ganzes Potenzial auszutesten. Ich habe also nicht mehr nur abgefragt, wo meine Schüler gerade stehen, sondern auch Multiple Choice-Fragen in den Unterricht eingeführt, um eine Rückmeldung darüber zu bekommen, wie der fachliche Stand ist. Im nächsten Schritt habe ich dann auch geschaut, wie sich die einzelnen Schüler im Laufe der Zeit entwickeln – alles Dinge, die sich über das Schülerfeedback-System mit geringem Aufwand und schnell herausfinden lassen. Und dann habe ich gemerkt, dass ich ActivExpression auch in Gruppenarbeiten und Partnerarbeiten einsetzen kann, um Rückmeldungen zu bekommen, wo es noch Fragen gibt, wer bereits fertig ist etc. Ich habe es also in allen möglichen Unterrichtsformen und auch im Unterricht der Oberstufe getestet.

    Und wie wird das Feedback-System von Ihren Schülern angenommen?

    Durchweg sehr positiv. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass sie einfach Spaß an technischen Geräten haben. Am meisten hat mich beeindruckt, dass ich mit diesen Geräten 45 Minuten lang die ganze Aufmerksamkeit der Klasse habe. Die Schüler wissen, dass irgendwann eine Frage kommt, und sie dann reagieren müssen. Ich lege Wert darauf, dass sie mir nicht nur eine Antwort geben, sondern auch begründen, warum sie diese Antwort gegeben haben. Wenn also jemand angibt, dem Unterricht nicht mehr folgen zu können, dann muss er mir auch sagen, warum, an welcher Stelle er ausgestiegen ist. Das hat dazu geführt, dass jetzt alle immer ganz bei der Sache sind. Und ich habe den Überblick, wer wo steht und wie mitkommt.

    Damit liegen Sie genau auf der Linie des neuseeländischen Bildungsforschers John Hattie, der für sein Buch „Visible Learning“ ausgewertet hat, was guten Unterricht ausmacht und wie Kinder lernen. Danach haben alle Informationen einen besonderen Stellenwert, die bereits während des Lernens Auskunft über Lernmöglichkeiten, Lernprozesse, Lernstand und Lernerträge der Kinder geben…

    In dieser Hinsicht ist das Feedback-System tatsächlich Gold wert. Im klassischen Unterricht habe ich einfach nicht die Möglichkeiten, alle direkt einzubeziehen, um dann mit den einzelnen Schülern zu arbeiten oder auch einfach nur ihre individuelle Lernentwicklung einmal genau anzuschauen. Bei 31 Schülern ist das fast ein Ding der Unmöglichkeit. Aber mit der formativen Evaluierung über ActivExpression kann ich mich nach dem Unterricht zu Hause noch einmal hinsetzen und die Lernentwicklung der einzelnen Schüler nachvollziehen. Das heißt jedoch nicht, dass der Schüler zum gläsernen Schüler wird, denn ich kenne nur sein Ergebnis, nicht seinen Lösungsweg. Aber es gibt einen guten Überblick darüber, wo die Klasse und wo jeder einzelne Schüler steht. Und es bietet damit immer wieder Anlässe, den eigenen Unterricht zu überdenken und Schüler gezielt zu fördern.

    Wirkt sich diese Art des Unterrichtens positiv auf das Leistungsniveau der Schüler aus?

    Ein ganz klares Ja. Diese Art der Aktivierung der Schüler im Unterricht selbst wirkt sich insbesondere bei den Leistungsschwächeren positiv aus, die normalerweise einfach abschalten, wenn sie etwas nicht verstanden haben und es dann im besten Falle zu Hause nacharbeiten. Jetzt sind sie gezwungen, sich intensiv mit dem Stoff zu beschäftigen. Und vor allem bekommen sie ein gutes Gefühl dafür, was sie können. Sie können sich jetzt sehr schnell selbst einschätzen und gezielt an ihren Schwächen arbeiten. Damit ist das Leistungsniveau gestiegen und die Personal- und Lernkompetenz der Schüler gewachsen – was ja auch von den Lehrplänen und Kultusministerien gefordert wird.

    Werden Sie auch in Zukunft mit ActivExpression arbeiten?

    Ja, auf jeden Fall. Bislang gibt es einfach noch keine andere Möglichkeit, diese Art des Feedbacks auf so einfache und effektive Weise einzuholen. Und das Beste daran ist vielleicht, dass meine Schüler und ich gleichermaßen davon profitieren. Ich kann meinen Unterricht besser auf die Bedürfnisse der Schüler ausrichten, und das Feedback-System kommt eben auch wirklich gut bei den Schülern an. Ich habe in meiner siebten Klasse einmal gefragt, wie die Schüler das System finden. Eine meiner Schülerinnen hat geantwortet: „Ich habe gemerkt, dass Schule auch ein bisschen Spaß machen kann – aber eben mit Technik.“ Natürlich kann man sich fragen, warum ihr die Schule so keinen Spaß macht. Aber letztlich bleibt stehen, dass sie an dieser Form des Unterrichts Gefallen findet. Es ist schön, wenn der Einsatz von ein wenig Technik die Motivation der Schüler weckt. Noch schöner aber ist, dass sie dadurch eben auch merken, dass sie fachlich deutlich besser werden, weil sie einfach dranbleiben. Sie haben mehr Erfolgserlebnisse. Und das kann das System: Die Motivation, das Interesse fördern – beste Voraussetzungen für einen guten Unterricht.

     

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