Medienkompetenz für Digital Natives – das ActivBoard in der Grundschule

    Medienkompetenz für Digital Natives – das ActivBoard in der Grundschule2018-11-07T10:50:24+01:00

    Project Description

    Medienkompetenz für Digital Natives – das ActivBoard in der Grundschule

    Medienkompetenz für Digital Natives – das ActivBoard in der Grundschule

    Als die Kinder der Klasse 1b der Steinschule in Koblenz nach der großen Pause wieder in den Klas­senraum stürmen, sind Jubelrufe zu hören: „Guckt mal, die Tafel ist an!“ – Das ActivBoard gehört für sie vom ersten Schultag an zum Inventar und wird täglich genutzt. Trotzdem hat es auch nach Monaten nichts von sei­ner Anziehungskraft eingebüßt. Dass die Faszination auch am Ende ihrer Grund­schulzeit noch ungebrochen sein wird, weiß Klassenlehrer Heiko Staub bereits aus Erfahrung. Er arbeitet seit fünf Jahren mit den interaktiven Whiteboards und möchte sie nicht mehr missen …        

    Die Grundschule Freiherr-vom-Stein in Koblenz (Steinschule) ist eine so genannte Schwerpunkt­schule, also eine integrative „Schule für alle“, in der sich die unterschiedlichsten Kinder mit oder ohne sonderpädagogischem Förderbedarf individuell entwickeln und mit Spaß und Neugier lernen sollen. Ein weiterer Fokus der Stein­schule liegt auf der Medienbildung der Schüler: Seit 2009 wird an der Schule das Langzeitpro­jekt „Medienkompetenz@Grundschule“ durch­ge­führt, seit 2011 ist die Steinschule zudem Mo­dellschule im rheinland-pfälzischen Landes­pro­jekt „Digitale Medien in der Grundschule“.

    Das hat zur Folge, dass die Schule technisch überdurchschnittlich gut ausgestattet ist: In allen Klassenräumen gibt es mindestens zwei bis drei Computerarbeitsplätze, im Computer- und im Förderraum sind es deutlich mehr; außerdem stehen über zwanzig Kinder-Notebooks und Schülerfeedback-Systeme zur Verfü­gung, sodass bei Bedarf mit der ganzen Klasse an diesen Me­dien gearbeitet werden kann. Und dann gibt es noch die fünf ActivBoards, die interakti­ven Whiteboards von Promethean, drei davon in Klas­senräumen, eines im Lehrerzimmer und eines im Förderraum.

    Die Herausforderung – Schon Grund­schüler sind Digital Natives

    Die meisten Kinder wachsen heute als so ge­nannte „Digital Natives“ mit Computern auf, denn laut der KIM-Studie (Kinder + Medien, Computer + Internet) 2012 des Medienpäda­gogischen Forschungsverbundes Südwest finden sich in gut 95 Prozent der Haushalte, in denen Kinder zwischen sechs und 13 Jahren le­ben, Computer und Internetzugang. Sie kom­men in ihrer Freizeit also fast zwangsläufig mit digitalen Medien in Berührung und nutzen sie, um Freundschaften zu pflegen, Musik zu hören oder zu spielen. In der Schule hingegen erlebt nach derselben Studie bis zu Beginn des zehnten Le­bensjahres nur etwas mehr als ein Viertel den Einsatz von Computern im Unterricht. Die Dis­krepanz zwischen Unterricht und Freizeit ist also groß – mit dem Ergebnis, dass viele Kinder zwar Zugang zu digitalen Medien haben, aber nicht wissen, wie sie diese sinnvoll nutzen können.

    Ein Dilemma, vor dem auch die Steinschule stand, bis sie vor fünf Jahren entschieden hat, sich dieser Herausforderung zu stellen, und zwar mit der Teilnahme an dem Langzeit­pro­jekt „Medi­enkompetenz@Grundschule“, an dem sich die Schule seit 2009 beteiligt. In dem entsprechen­den Konzept der Schule heißt es: „In unserer heu­tigen Medien- und In­formations­gesellschaft wird der kompe­tente Umgang mit Computern, mit visuellen, auditiven und audiovi­suellen Me­dien sowie ihrer Bestand­teile als un­abdingbar für die grundle­gende Bil­dung be­trachtet. Grund­schü­ler/innen gehen bereits im jungen Alter selbst­verständlich mit Digitalka­mera, Computer und Internet um. Des­halb ist es aus Sicht der Stein­schule notwen­dig, Kindern bereits in der Grund­schule einen sinn­vollen Um­gang mit den sie um­gebenden Mas­senmedien und Informa­tionsfluten zu vermit­teln. Medien­kompetenz gilt als Kultur­technik, die geschult werden muss.“

    Die Lösung – eine ausgewogene Symbi­ose klassischer und neuer Medien

    Vor fünf Jahren hielten die ersten interaktiven Whiteboards Einzug in die Räume der Stein­schule. Die Ent­scheidung fiel nicht zuletzt des­wegen auf die ActivBoards von Promethean, weil das Schreibverhalten des da­zugehörigen Stiftes, des ActivPen, dem eines normalen Stiftes sehr nahe kommt. Mittlerweile ist auch schon ein ActivBoard der neuesten Genera­tion im Einsatz, das die Möglichkeit bie­tet, die Signalerkennung je nach Unterrichtsein­heit differenziert zu bestim­men – entweder Multitouch oder Stift – so­dass beispielsweise auch klassisches Tafelge­schirr problemlos genutzt werden kann.

    Diana Pretz und Heiko Staub sind zwei der drei Lehrer, die ein ActivBoard in ihrem Klassenraum haben und täglich nutzen. Staub hat bereits ei­nen Schüler­jahrgang von der ersten bis zur vier­ten Klasse unter Einsatz der digitalen Tafel un­terrichtet und ist überzeugt: „Das ActivBoard kann alles, was die klassische Tafel kann. Aber eben noch viel mehr. Eines jedoch kann es be­sonders gut: die Auf­merksam­keit der Kinder auf sich ziehen. Es moti­viert die Kinder zu arbeiten.“

    Das ActivBoard im Einsatz unter Einbindung verschiedener Medien wie Töne und Bilder

    Ob und wie mit dem Board gearbeitet wird, bleibt jedem Lehrer selbst überlassen. Die Lehr­kräfte, die kein ActivBoard in ihrem Klas­senraum haben, nutzen die interaktiven Tafeln, die im Förderraum und im Lehrerzimmer bereit stehen, immer wieder für einzelne Unterrichtsse­quenzen. Staub und Pretz haben bereits Routine beim Unterrichten mit den interaktiven Whiteboards. Sie erstellen mithilfe der Software ActivInspire ei­gene, für ihren Unterricht maßgeschneiderte Materialien, tauschen sich untereinander aus, nutzen interaktive Verlagsangebote und Lern­programme für die Grundschule – und genießen damit nicht nur die Aufmerksamkeit der Kinder, sondern auch die Vorteile, die diese Art des Un­terrichtens für sie als Lehrer hat. „Der Unterricht ist einfach abwechslungsreicher geworden, nicht nur für die Kinder, sondern auch für mich. Selbst das Vorbereiten der Stunden macht richtig Spaß. Ich bin dank der vielen Möglichkeiten kreativer und gleichzeitig effektiver geworden“, so Pretz. Staub ergänzt: „Die Stunden lassen sich jetzt einfach am heimischen PC vorbereiten. Dabei kann ich visuelle und akus­tische Medien gleich miteinbinden. Und so zeitraubende Tätig­keiten wie etwa das Hochkopieren und Lami­nieren von Bildern für den Unterricht entfallen jetzt ebenso, wie das Anschreiben von Aufgaben und Lösungen an die Tafel. So bleibt mehr Zeit für den eigentlichen Unterricht.“

    Bei aller Begeisterung sind die digitalen Medien an der Steinschule jedoch weit davon entfernt, den klassischen Kulturtechniken den Rang abzu­laufen. Stattdessen wird beides da, wo es passt, sinnvoll miteinander verknüpft. Für ein von den Kindern gemeinsam kreiertes, digitales Bilder­buch ließ Pretz ihre Schüler bei­spielsweise foto­grafieren, schneiden, malen und schreiben, bis die Ergebnisse am Ende am ActivBoard zusammen­geführt und dort noch einmal überarbeitet wur­den. Letztlich geht es eben vor allem darum, den Kin­dern einen selbstverständlichen und verantwor­tungs­vollen Umgang mit den neuen Medien beizu­bringen. „Die Kinder lernen in ihren vier Jahren hier, wie man damit arbeitet – von der Informati­onsbe­schaf­fung und -verarbeitung über das Pro­du­zie­ren und Präsentieren bis hin zur Textver­arbei­tung – das sind Grundlagen, auf denen sie später auf­bauen können“, sind Pretz und Staub über­zeugt.

    Der Mehrwert – jeder lernt nach seinen Möglichkeiten

    An der Steinschule kommt jedoch noch ein wei­terer Vorteil der interaktiven Whi­teboards zum Tragen: Durch die integrative Schulform arbei­ten in einer Klasse längst nicht immer alle Kinder auf demselben Leistungsstand. Die Arbeit am ActivBoard ermöglicht es jedoch zu differenzie­ren und je nach Leistung verschie­dene Hilfsmittel für die Kinder anzubieten, die sie digital am Whi­teboard aufrufen können. „Ich kann mir schon vorher überlegen, wie ich das Tafelbild gestalte und welche Möglichkeiten ich dabei den leis­tungsstarken Kindern zur Differen­zierung nach oben und den leistungsschwachen als Hilfe an­biete“, so Staub. „So lernen die Schüler zusam­men, aber je­der auf seinem Niveau.“

     

    Diana Pretz & Heiko Staub, Lehrer

    Grundschule Freiherr-vom-Stein, Koblenz

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