Feedback und Interaktion im Unterricht – Lehrerausbildung an der Technischen Universität Dresden

    Feedback und Interaktion im Unterricht – Lehrerausbildung an der Technischen Universität Dresden

    Project Description

    Feedback und Interaktion im Unterricht – Lehrerausbildung an der Technischen Universität Dresden

    Bessere Interaktionsmöglichkeiten im Unterricht durch den Einsatz von ActivExpression

    Digitale Unterrichtsmedien wie das interaktive Whiteboard oder das Schülerfeedback-System ActivExpression haben ein großes Potenzial, den Unterricht an Schulen und Universitäten zu bereichern – vorausgesetzt, sie werden sinnvoll eingesetzt. Dennoch scheuen viele Lehrer davor zurück, sie für den eigenen Unterricht zu nutzen, denn sie haben den Umgang damit selbst nie gelernt. An der TU Dresden setzen engagierte Didaktik-Professoren daher seit einiger Zeit darauf, Lehramtsstudierende bereits während der ersten Phase ihrer Lehrerausbildung mit diesen Medien in Berührung zu bringen. So werden die Studierenden sicher im Umgang mit den Medien, sie lernen mögliche Einsatzszenarien für den Fachunterricht kennen und Inhalte selbst zu entwickeln.

    Die Technische Universität Dresden ist eine der elf Exzellenzuniversitäten Deutschlands. Derzeit sind rund 36.000 Studierende an der TU Dresden immatrikuliert, davon studieren etwa 3.400 ein Lehramt. Die Lehrerbildung ist damit integraler Bestandteil des gesamten Studienangebotes an der TU Dresden. Je nach Bereich wird von den Fachdidaktiken dabei ein besonderes Augenmerk auf die Erforschung der Nutzung von neuen Medien für den Unterricht gelegt. Ziel ist es, neue Technologien für den Unterricht nutzbar zu machen – so zum Beispiel in der Didaktik der Physik und der Informatik. Dafür werden die Studierenden in diesen Fächern nicht nur mit interaktiven Whiteboards vertraut gemacht, sondern lernen auch den Umgang mit dem Schülerfeedback-System ActivExpression. Diese kompakten, intuitiv zu bedienenden Eingabegeräte ermöglichen Schülern und Studierenden eine kurzfristige Reaktion auf Fragen, und dem Lehrer, die Antworten direkt auf seinem Rechner abzurufen und auszuwerten.

    Die Herausforderung – Neue Medien in den Fachdidaktiken implementieren Die Durchdringung unseres Lebens mit digitalen Technologien in nahezu allen Bereichen bringt auch Veränderungen für das Lernen und Lehren mit sich. Das Angebot an neuen Unterrichtsmedien und innovativen Lehrmethoden wächst rasch, doch die Integration neuer Medien in den Unterricht vollzieht sich nur langsam und ist stark vom Engagement jedes einzelnen Lehrers abhängig. Dieser muss sich zunächst einmal selbst damit vertraut machen, um sie dann gewinnbringend für den eigenen Unterricht einsetzen zu können. So werden Lehrer zwangsläufig selbst wieder zu Lernenden, wenn es um den Einsatz neuer didaktischer Methoden und interaktiver Medien im Schulalltag geht. Der Ausgangspunkt dafür, dass technologische Veränderungen auch Einzug in den Unterricht halten, ist indes nicht der Schüler oder der Lehrer, sondern die Lehrerausbildung. Neue Technologien für das Lernen und Lehren nutzbar zu machen, gehört daher auch zu den Aufgaben der Fachdidaktiken. Sie erfüllen in der Lehrerausbildung eine Brückenfunktion, indem sie fachliche, didaktische und pädagogische Aspekte in Beziehung setzen. Dabei geht es letztlich immer darum, den Studierenden zu zeigen, wie sie in ihrem jeweiligen Fachgebiet ihr Wissen den Schülern am besten vermitteln können; kurz: Wie der Unterricht gut werden kann. Und an eben diesem Anspruch – ob sie das Potenzial haben, den Unterricht zu verbessern – müssen sich alle neuen Medien messen lassen.

    Die Lösung – ActivExpression in der Lehrerbildung im Praxiseinsatz

    „Es ist wichtig, dass Lehramtsstudierende bereits in der universitären Ausbildung eine möglichst große Methoden- und Medienvielfalt kennenlernen. Nur, wenn sie die Geräte in der Anwendung erleben und auf diese Weise deren Einsatzmöglichkeiten kennenlernen, werden sie auch in die Lage versetzt, sie später im Unterricht einzusetzen“, sind Professor Dr. Gesche Pospiech und Professor Dr. Steffen Friedrich von der TU Dresden überzeugt. Als Didaktiker haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, ihren Lehramtsstudierenden in den Fächern Physik und Informatik Mittel, Wege und Szenarien aufzuzeigen, wie sie ihren Unterricht verbessern können, indem sie Schüler mithilfe neuer Medien besser einbinden und motivieren. Dafür setzen beide in ihren jeweiligen Fachdidaktiken seit zwei Jahren das Schülerfeedback-System „ActivExpression“ auch im eigenen Unterricht ein.

    Wie vielfältig die Einsatzszenarien des Feedback-Systems sind, zeigt die unterschiedliche Art, wie es von Pospiech und Friedrich genutzt wird: In der Didaktik der Physik setzt Pospiech es vor allem ein, um sich einen Überblick über den Wissensstand der Studierenden zu verschaffen, oder ein Meinungsbild zu erheben. „Ich nutze ActivExpression vor allem, wenn ich von allen Studenten eine Antwort bekommen möchte. Auf diese Weise bekomme ich ein präzises Gesamtbild davon, wie der Kenntnisstand der Gruppe ist.“ Ziel sei dabei weniger die Evaluation der Antworten, so Pospiech, als einen Denk- und Kommunikationsprozess bei den Studierenden in Gang zu setzen, aus dem sich häufig lebhafte Diskussionen entwickelten. Der aus ihrer Sicht größte Vorteil: „Durch die Feedback-Systeme werden die Studierenden spürbar aktiviert und die Veranstaltung wird lebendiger. Diese Erfahrung können die Studierenden später auch für den eigenen Unterricht nutzen.“

    Professor Dr. Friedrich nutzt seine große Erfahrung im Umgang mit digitalen Medien über seine Fachdidaktik-Veranstaltungen hinaus, um nicht nur seinen Studierenden, sondern auch Lehrern in zertifizierten Weiterbildungskursen zu Computern und Medien deren Einsatzmöglichkeiten für den Unterricht darzulegen. Dafür lotet er zunächst die sich aus diesen Medien für den Unterricht ergebenden Chancen aus, entwickelt daraus Einsatzszenarien für den Unterricht und bringt sie schließlich in seinen Kursen Studierenden und Lehrern nahe. In diesen Kursen lernen beide Gruppen gemeinsam, den Fachunterricht medial besser zu gestalten. Und dazu gehört für Friedrich auch der

    Einsatz der Feedback-Geräte. „Es geht darum, konkrete Einsatzszenarien zu finden und auf diese Weise zu zeigen, dass man den Fachunterricht mit diesen Geräten wirklich verbessern kann“, so Friedrich. Dass dies tatsächlich der Fall ist, daran hat er selbst keinen Zweifel: „Mit ActivExpression wird nicht nur die Methodenvielfalt größer, die Schüler werden auch aktiviert und durch die vielen neuen Interaktionsmöglichkeiten besser eingebunden. Das ist für Schüler und Lehrer gleichermaßen motivierend und der Interaktionsgrad im Unterricht wächst. Letztlich muss immer geschaut werden, ob der Schüler von neuen Medien profitiert, sein verbessertes Lernerlebnis sollte im Fokus aller neuen Lehrmethoden stehen. Und das ist hier der Fall.“

    Der Mehrwert – Die Möglichkeit, differenziertes Feedback zu bekommen

    Sowohl Pospiech als auch Friedrich nutzen die ActivExpression-Geräte auch, um ein direktes Gruppenfeedback zu Lehrveranstaltungen zu bekommen. „Mittels fünf oder sechs Fragen zum Verlauf der Sitzung bekommen die Vortragenden schnell einen guten Eindruck davon, wie den Teilnehmern etwa ein Seminar gefallen hat und an welchen Punkten es Optimierungspotenzial gibt – eine Art des Feedbacks, das sich konstruktiv für die weitere Unterrichtsgestaltung nutzen lässt“, so Pospiech. Friedrich geht noch einen Schritt weiter. Er setzt ActivExpression ein, um Arbeitsweise und Lerngewohnheiten von Schülern der Oberstufe zu erforschen, die sich in einem von der TU Dresden angebotenen E-Learning-Brückenkurs auf das Studium vorbereiten. „Mittels des Feedback-Systems fragen wir nicht den Lernstand ab, sondern evaluieren das, was auf einer Metaebene forschungsrelevant ist – etwa wie Texte oder Interaktionen funktioniert haben oder wie sich die Schüler bei der Arbeit organisieren. Die Ergebnisse sind höchst interessant und die Art und Weise, wie wir an diese Ergebnisse kommen, ist dank ActivExpression denkbar einfach“, resümiert Friedrich.

     

    Prof. Dr. Gesche Pospiech, Didaktik der Physik,

    Prof. Dr. Steffen Friedrich, Didaktik der Informatik

    Technische Universität, Dresden

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